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FAIR UND ZIELSTREBIG FÜHREN

Wer Macht neu denkt, macht seine Organisation zukunftsfähig

MACHT. Ein Wort, das bei manchen Menschen Faszination und Neugier auslöst, bei anderen Menschen dagegen Unbehagen.

Tatsächlich erleben wir in der Praxis häufig, dass Macht von vielen Menschen negativ wahrgenommen wird. Vor allem die Sorge, manipuliert und für fremde Zwecke benutzt zu werden, begegnet uns regelmäßig. Nicht selten fallen dabei Begriffe wie Dominanz, Druck und Herrschaft.

Diese Sorge ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Tatsächlich gibt es noch immer Organisationen, in denen Menschen ihren Einfluss vor allem für eine Sache nutzen: den eigenen Vorteil.

Macht ist per se weder positiv noch negativ. Macht ist nichts anders als die Fähigkeit, etwas zu gestalten und somit Dinge in Bewegung zu bringen.

Die negativen Assoziationen haben sich erst im Laufe der Zeit durch Kontrolle und Machtmissbrauch entwickelt und damit unser heutiges Verständnis von Macht geprägt.

Macht ist kein Problem – ihre Verdrängung ist es!

Da Macht in unseren Kulturkreisen stark negativ belegt ist, wird sie in Organisationen häufig verdrängt oder tabuisiert. Macht findet dennoch statt, ob wir es wollen oder nicht. Wenn sie nicht gesteuert und bewusst eingesetzt wird, findet sie verdeckt und ungeregelt statt.  Und das ist hoch problematisch.

Organisationen:

  • begeben sich dadurch in ungewollte Anhängigkeiten einzelner,
  • Abstimmungen werden komplexer, da die Entscheidungsmacht angezweifelt wird,
  • Unsicherheit steigt, bis es zum Stillstand kommt

Warum das so ist?
Diese Art der Steuerung führt zu unklaren Machtarchitekturen, die nie bewusst entschieden wurden. In der Konsequenz entsteht eine informelle Form der Macht:

  • Menschen entscheiden eigenständig
  • informelle Anführer entstehen
  • Absprachen verlagern sich in kleine Runden
  • Verantwortung wird abgesichert oder umgangen

Das geschieht nicht aus Bosheit, sondern um handlungsfähig zu bleiben. Die Organisation stützt sich dadurch selbst und sichert damit ihr Bestehen. Eine Machtlücke wird immer geschlossen. Der Haken daran ist, dass das zu Reibung und Vertrauensverlust führt und Macht im Unternehmen damit intransparent und schwer steuerbar wird. Und umso größer die Organisation ist, desto gefährlicher wird es.

Macht neu denken

Um das zu vermeiden und die positiven Aspekte der Macht zu nutzen, ist es wichtig Macht neu zu denken und anders damit umzugehen. Macht im Positiven ist Gestaltungskraft, die uns in Handeln bringt. Wer Macht hat:

  • nimmt Einfluss auf Entscheidungen
  • Sorgt für positive Entwicklungen in der Organisation
  • gestaltet die Organisation zukunftsfähig

Gerade Unternehmenslenker:innen sind ständig mit Störungen, Krisen und Unsicherheiten konfrontiert, in der aktuellen Zeit mehr denn je. Wer Verantwortung trägt und Wirkung erzielen möchte, muss Macht annehmen und mit ihr gestalten.

Das “Wir” statt das “Ich”Wer ein Unternehmen heute nachhaltig und strategisch nach vorne bringen will, ist gut beraten, Macht nicht im Sinne des eigenen Vorteils zu denken, sondern ganzheitlich im Sinne der Organisation: Es geht um das „Wir“ und nicht um das „Ich“. Die Welt ist zu komplex geworden, als dass ein Individuum allein die richtigen Entscheidungen für eine ganze Organisation treffen könnte. Es braucht eine Form von Einflussnahme gemeinsam mit engagierten und qualifizierten Mitarbeitenden, die dem gemeinsamen Ziel des Unternehmens dient.

Macht entsteht nur in Beziehung

Macht entsteht niemals automatisch durch eine Rolle im Organigramm, sondern im Zusammenspiel mit anderen Personen innerhalb der Organisation. Es gibt immer eine Person, die Macht ausübt und eine, die sich davon beeinflussen lässt.

Diese Tatsache wird häufig übersehen und führt dazu, dass manche Führungskräfte ihren Titel überschätzen und zugleich die sozialen und emotionalen Dynamiken in ihrer Organisation unterschätzen.

Wer das nicht versteht, erlebt häufig, dass formale Macht zwar besteht, aber keine Wirkung erzeugt, während gleichzeitig eine „stille Macht“ ohne Titel existiert. Gerade für neue Unternehmenslenker:innen kann dies herausfordernd sein, wenn sie motiviert und mit großem Gestaltungswillen in eine neue Organisation kommen und am Ende kaum Einfluss nehmen.

Andere Führungskräfte verfallen genau ins Gegenteil:  Sie pochen auf ihre Rolle, verschärfen die Regeln oder erhöhen den Druck auf ihre Mitarbeitenden. Das ist kein reifer Einsatz von Macht, sondern Machtmissbrauch.

Wann Macht relevant wird

Macht ist nur wirksam, wenn andere bereit sind, Entscheidungen anderer zu folgen. Das gelingt am besten, wenn ein  gemeinsames Interesse verfolgt wird  und Entscheidungen zudem erwartbare Konsequenzen mit sich bringen. Diese Erwartungen entstehen durch Rolle, Verlässlichkeit, gelebter Systemlogik und Vertrauen.

Unternehmenslenker:innen müssen ein gesundes Verhältnis zu Macht entwickeln. Es ist ihre Aufgabe, sich aktiv mit dem Thema Macht auseinanderzusetzen und im Sinne der Organisation einzusetzen, um nachhaltig und wirksam ein zukunftsfähiges Unternehmen zu führen. Damit Macht wirksam bleibt, müssen sie Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen und dabei auch Konflikte und Unbeliebtheit aushalten können.

Wer das nicht tut, verliert nicht nur Macht, sondern setzt damit auch die Zukunftsfähigkeit der Organisation aufs Spiel.

 

Sie wollen Ihre Wirkung als Unternehmenslenker:in bewusst gestalten und Macht bewusst einsetzen? Oder Machtspiele aktiv erkennen und mit ihnen im Positiven arbeiten? Im Executive Sparring⁺ begleiten wir Unternehmenslenker:innen dabei, Klarheit zu gewinnen, Perspektiven zu erweitern und wirksam zu führen.

Was Unternehmenslenker vom Spitzensport lernen koennen

Die Welt dreht sich derzeit schneller denn je. Dabei steht die deutsche Wirtschaft branchenübergreifend unausweichlich vor einer der größten Transformationen seit Jahrzehnten. Schneller Wandel und externe Faktoren wie steigende Rohstoffpreise, Zollpolitik und Bürokratie sind zur neuen Normalität geworden.